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Obstmühlen und Beerenmühlen
Obstmühlen besitzen ein gröberes, mit Messern besetztes Mühlwerk - geeignet für z. B. Äpfel, Birnen und anderes Kernobst. Beerenmühlen hingegen besitzen keine Messer, sondern ein feineres, quetschendes Mühlwerk - perfekt um das Fruchtfleisch nicht zu zerhacken und somit die Saftausbeute zu maximieren.
 
beerenm.jpg   obstm.jpg
Hier das Beispiel für ein klassisches Beeren-Mühlwerk (oben links). Es sind nur durchgängige Walzen vorhanden, die nur den Saft aus den Beeren drücken - die Frucht aber möglichst ganz und in großen Stücken lässt. Meißtens is noch ein Leitgitter, sowie ein Durchmischer, wie ebenfalls auf dem Foto zu sehen, integriert. Das Obst-Mühlwerk (oben rechts) hingegen ist, deutlich zu sehen, mit großen Messern ausgestattet und hackt die Früchte in kleinere Teile um den anschließenden Pressvorgang zu ermöglichen, bzw. zu erleichtern.
 
 
Obst- und Beerenpressen
Bei den Pressen hingegen gibt es an sich keine klare Trennung zwischen Obst und Beeren. Es wird immer das gleiche Prinzip angewandt: Eine Spindel oder ein Pressteller drückt von oben auf das Pressgut, staucht es zusammen und der Saft läuft durch die winzigen Öffnungen im Presskorb nach außen und fließt ab.
 
holzp.jpg Holzpressen sind massiver gefertigt und in größeren Maßen erhältlich als Edelstahlpressen. Es wird ein Presstuch benötigt, dass zwischen Holzpresskorb und den Pressgut im Inneren liegt. Pressen aus Holz sind, bei größeren Modellen nur mit Spindel, bei kleineren Modellen hingegen mit Spindel oder T-Griff verfügbar.
inoxp.jpg Edelstahlpressen (Inox) sind in eher kleineren Modellen erhältlich und vor allem für kleinere Mengen gut geeignet. Die Verwendung eines Presstuchs entfällt in den meißten Fällen, da der durchlöcherte Edelstahl-Presskorb an sich schon wie ein Sieb wirkt und somit die Aufgabe des Presstuches übernimmt. Obstpressen aus Edelstahl sind, je nach Modell, mit Spindel oder T-Griff (Bügel) erhältlich. Auch die Pflege ist einfacher, da sich Metall einfacher abwaschen lässt.
op10.jpg OP10 Premium-Presse  ..Neuheit!  Spielend leicht und ohne großen kraftaufwand wird durch die hohe Übersetzung des verschleißfreien Druckwerkes der erwünschte Pressdruck von 4-5 bar erreicht. Kombiniert die Vorteile einer Spindelpresse mit denen einer Bügelgriffpresse! Die Hebelbewegung beim Pressvorgang erfolgt stets von oben nach unten und nicht wie bei üblichen Pressen von der Seite. Die Presse behält immer ihren festen Stand und ist einfach zu bedienen.
parap.jpg Die Hydro-Presse ist eine weitere Variante, geeignet für nur kleine Mengen an Obst oder Beeren. Sie besteht aus einem und nutzt die Kraft von Leitungswasser als Pressdruck. Der wesentliche Vorteil liegt in der Kraftersparnis. Es wird keine Muskelkraft benötigt. Der Gummiballon, der sich mit Leitungswasser füllt, drückt das Pressgut gegen ein Metallsieb und der Saft fließt heraus.
 
 
Bag-In-Box
Schon in der Antike mit Tierhaut und Fellen bekannt, erfreuen sich Bag-In-Box Behälter aus modernen Kunststoffen nun steigender Beliebtheit. Bag-In-Box beschreibt die Lagerung einer drucklosen Flüssigkeit (Wasser, Säfte, Weine usw.) in einem neutralen Plastiksack, gestützt und geschützt durch eine Umverpackung aus Karton. Daraus ergeben sich viele Vorteile. Der Platzbedarf ist sehr gering - im leeren, als auch im befüllten Zustand. Durch den Karton sind Bag-In-Box Behälter zudem gut stapelbar. Die aufwendige Reinigung wie bei Flaschen oder Fässern entfällt und das fast nicht vorhandene Eigengewicht der Bag-In-Box Behälter erleichtert den Transport der Ware enorm. Die Abfüllung erfolgt sehr einfach und auch der nervige Leergutumtausch entfällt. Natürlich spricht auch der niedrige Anschaffungspreis für die Bag-In-Box Behälter.
 
 
Maische
Hier werden die Früchte einfach zerkleinert (je nach Obstart auch manchmal unzerkleinert) in Behälter aus Holz, Stahl oder Kunststoff eingefüllt und mit Reinzuchthefe versetzt. Der Behälter wird mit einem Gäraufsatz versehen und das Gärprodukt zu einem späteren Zeitpunkt destilliert (abgebrannt). Diese einfachste Art Früchte zu verwerten hat den Nachteil, dass sich dafür nicht alle Früchte eignen und hohe Steuern zu entrichten sind - nicht selten mehr als der Branntwein wert ist.
 
 
Die Maischegärung
Diese Art der Vergärung wird durchgeführt, wenn die Früchte
 
- kaum oder wenig Saft enthalten (z. B. Hagebutten, Ebereschen, Sanddorn, Schlehen usw.)
- sehr pektinreich sind und im süßen Zustand nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen abgepresst werden können (z. B. Erdbeeren, Stachelbeeren usw.)
- beim Abpressen zu wenig Farbstoffe in den Saft abgeben, da diese sich in Schalen und Beerenhäuten befinden und erst durch Alkohol und CO² herausgelöst und gleichzeitig das Pektin abgebaut wird (z. B. Ebereschen, blaue Trauben usw.)
 
Die Gärung verläuft in der Maische wesentlich stürmischer als im reinen Saft. Der Maischekuchen füllt sich mit CO² und steigt hoch. Deshalb sollten die Behälter nur zu 50% befüllt werden. Hierbei muss die Gärzeit, sowie die Temperatur besonders beachtet werden, da sonst zu viele unerwünschte Inhaltsstoffe, wie Amygdalin oder Blausäure durch die Samen und Steine des Obstes in den Wein gelangen.
Bevor nach dem ersten Gärvorgang und anschließendem Abpressen der Maische der Rest an CO² entweichen kann, muss eine Sättigung durch eine erneute Gärung eingeleitet werden.
 
 
Dissimilation - Die alkoholische Gärung
Die alkoholische Gärung ist die Umsetzung und der Abbau von Zuckern durch Hefezellen bzw. ihren Enzymen in Alkohol und Kohlendioxid, auch Kohlensäure genannt. Aus dem großen Baustein Zucker werden mehrere kleinere abgbaut. Für den Praktiker ist dies jedoch ohne größere Bedeutung.
 
Zucker:
Der Zucker dient als Grundstoff für die alkoholische Gärung - ohne Zucker kein Alkohol! Da Zucker in den Früchten oft in zu geringen Mengen vorhanden ist, müssen die Säfte vor der Gärung aufgezuckert, bzw. verbessert werden. In der Traubenweinbereitung spricht man von der "Anreicherung" wenn eine Zuckerung notwendig ist. Wenn die Gärung eintritt, entweichen Kohlesäurebläschen durch den Gäraufsatz, und es entsteht meist ein mehr oder wenig großer Schaumhut. Dieser setzt sich aus den im Saft befindlichen Fruchtfleischteilen und Eiweiß zusammen - auch die Heferasse ist entscheidend. Damit der Schaumhut nicht überläuft darf der Gärbehälter nicht vollgefüllt sein. Es muss ein Steigraum von etwa 10-20 % einkalkuliert werden. Bei Maischegärungen sollten sogar 50% berücksichtigt werden. Gärt der Schaum aus dem Gäraufsatz heraus, so kann dies die Qualität des Endproduktes vermindern, da das Fehlen der wichtigen Partikel die Gärung verzögert und sich gefährliche Schimmelpilze und Bakterien auf der Schaumoberfläche vermehren können.
 
 
Die Kaltkonservierung
Fruchtmuttersäfte werden mit den, in Deutschland zugelassenen, Konservierungsstoffen (z. B. Sorbinsäure und Benzoesäure) haltbar gemacht. Kitzinger Para enthält diese beiden Stoffe. Wichtig ist jedoch, dass es den süßen Stoffen unmittelbar nach dem Pressvorgang zugesetzt wird - noch bevor sich Mikroorganismen vermehren können. Wird diese Regel eingehalten, kann ein Saft in Flaschen oder Ballons auch ohne Erhitzung beinahe unbegrenzt haltbar gemacht werden.
 
 
Pasteurisation
Vor allem in der gewerblichen Obstverwertung werden Fruchtsäfte und Süßmoste durch Pasteurisieren haltbar gemacht. Alle im Handel befindlichen Säfte werden bei der Herstellung heiß in Flaschen usw. abgefüllt. Ein Saft ist und bleibt so lange steril, wie er - heiß eingefüllt - luftdicht verschlossen in der Flasche bleibt.
 
 
Gäraufsatz
Der Gäraufsatz wird bis zur Markierung mit Wasser gefüllt und zusätzlich mit einem Wattestopfen versehen. Der Gäraufsatz verhindert, dass das Gärgut von in der Luft befindlichen MIkroorganismen infiziert wird. Er lässt gleichzeitig ohlensäure, die während der Gärung entsteht, entweichen.
 
 
Hefe-Abstrich & Klärphase
Ist das Ende der Gärung festgestellt, muss der Wein so kühl wie möglich (in den Keller) gestellt werden. Nun beginnt die Phase der Selbstlklärung. Grobe Trubstoffe sinken rasch zu Boden und nach etwa 2-4 Wochen kann, bzw. muss der abgesetzte Trub abgezogen werden. Dies geschieht durch das Umfüllen in einen anderen Behälter - entweder durch den Ablaufhahn bei Fässern, oder bei Ballons durch einen speziellen Weinheber. Die Klärphase ist innerhalb weniger Wochen abgeschlossen, der Wein nun klar und kann in Flaschen abgefüllt werden.
 
 
Mostgewicht und Öchslewaage
Die Mostwaage nach Öchsle (Oe) ist eine Senkwaage oder Spindel - auch Aräometer genannt - und hat ihren Namen nach dem erfinder Ferdinand Öchsle. Sie dient zur Bestimmung der Dichte bzw. des spezifischen Gewichtes von zuckerlösungen, insbesondere von süßen, noch nicht gärenden Trauben-, Obst- und Fruchtsäften sowie Maischefiltraten. Die Öchslegrade (meißt 0-130° Oe) zeigen an, um wieviel Gramm 1 Liter der eptsprechenden Flüssigkeit bei einer bestimmten Bezugstemperatur mehr wiegt, also schwerer ist, als 1 L Wasser (1L Wasser  1000g = spez. Gewicht von 1000).
 
Ein Apfelsaft mit beispielsweise 60° Oe hat ein spezifisches Gewicht von 1,060. Das heißt, dass 1 Liter davon 1060 g wiegt.
 
 
Enthefen
Sobald sich die Hefe durch die Lagerung restlos am Korken der Flasche gesammelt und verklumpt hat, kann sie entfernt werden. Dies ist der einzig heikle Schritt in der Schaumweinherstellung, da der Flaschenhals stark gekühlt, bzw. eingefroren werden muss. Dies geht vor allem im Winter gut, da die Sektflaschen einfach über Nacht nach Außen gestellt werden können (Vorsicht: Nicht zu kalt, da sonst die ganze Flasche gefrieren und platzen könnte! -4°C sollten ungefähr eingehalten werden!).
Die Flaschen werden nach schräg unten geöffnet, sodass nicht mehr Schaumwein als nötig mit der Hefe herausspritzt. Die Flasche muss nun unmittelbar wieder mit Wein (aus einer anderen Flasche) oder Zuckerlösung aufgefüllt, und wieder mit Stopfen und Bügel verschlossen werden.
 
Die Flaschen können nun kühl und liegend gelagert werden.